„Wir sind im Plan, weil wir alles akribisch vorbereitet haben!“

Date
 20. Oktober 2016
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Besuch der Baustelle auf dem Messegelände in München-Riem im Oktober. Wir schauen dem Bauteam bei der Entstehung der neuen Messehallen C5 und C6 und des Kongressbereichs über die Schulter.

Schritt für Schritt skizzieren wir für Sie ab nun die einzelnen Bauphasen der Hallen C5 und C6 sowie des Kongressbereichs. Inzwischen ragen neun Kräne auf der Baustelle gen Himmel. Für den Laien stehen die Kräne gefährlich nahe am Rande der Böschung. „Die Kräne sind tief in der Erde verankert. Die sichere Aufstellung wird immer von einem Statiker abgenommen“, versichert Architekt Wolfgang Möckl vom Projektteam des Zentralbereichs „Bau und Technik“, das für die Planung und Überwachung der Arbeiten zuständig ist.

Insgesamt arbeiten zehn Fachleute (Architekten, Ingenieure und Techniker) bei der Messe München für das Bauprojekt, das eine enge Deadline von zwei Jahren hat. „Viel Puffer haben wir nicht“, merkt Wolfgang Möckl an, der in Anbetracht dieses enormen Drucks, die Ruhe in Person zu sein scheint. „Aber wir sind im Plan, weil wir alles akribisch vorbereitet haben.“ Die straffe Zeitplanung erfordert, dass beide Hallen zeitgleich aufgebaut werden, wenn auch um einige Wochen zeitversetzt. Das bedeutet hoher Personalaufwand ist nötig. Rund 150 Arbeiter planieren, gießen Beton oder vermessen tagtäglich auf der über 25.000 Quadratmeter großen Baustelle. Für sie wurde eigens ein Containerdorf am Rande des Geländes errichtet.

Inzwischen haben die Bauarbeiter die Gräben für die Ingenieurgänge beider Hallen ausgehoben. Erste Wände dieser Gänge, die unterhalb der Halle C5 verlaufen werden, wachsen in die Höhe. In den Katakomben verlegen die Fachkräfte später alle Leitungen und Kabel oder installieren die Lüftungsschächte. Diese unterirdischen Gänge am Außenrand jeder Halle haben sich bereits bei den ersten 16 Hallen bewährt. Reparaturen und Wartungen können so später auch bei den neuen Hallen vorgenommen werden, ohne dass es den Messebetrieb stört.

Auf dem Boden flechten die Stahl-Beton-Bauer schwere Stangen zu einem überdimensionalen Gitternetz. Das Flechten ist eine körperlich anstrengende Arbeit, die viel Geschick erfordert. Dies beherrscht meist nur, wer eine dreijährige Ausbildung für Stahl- und Betonbau abgelegt hat. „Fachkräfte, die diese Handwerkskunst beherrschen, sind sehr rar“, bemerkt Betina Selzer, Zentralbereichsleiterin Bau und Technik. Das fertige Eisengeflecht, die sogenannte Bewehrung, wird später zum Gerippe von Betonwänden und Böden.

Während die Bauarbeiter mit Hilfe der Bewehrungen für die Halle C5 die ersten Wände hochziehen und sich gegen Norden vorarbeiten, werden für C6 die Drahtgeflechte für die ersten Bodenplatten gefertigt.

Guss für Guss entstehen nun in den nächsten Wochen Betonböden und Wände. „Unser oberstes Ziel ist es, vor Weihnachten die Portale der Halle C5 zu erstellen, um die Voraussetzung für die Montage der Dachkonstruktion zu schaffen“, erklärt Wolfgang Moeckl. Wir werden weiter über die einzelnen Bauschritte berichten. Nächster Termin ist die Grundsteinlegung am 1. Dezember.